Nachrichten, Stadtgeflüster
„Wir brauchen dringend Geld“

Wird demnächst Regie führen: Malte C. Lachmann. Foto: Ingrid Grossmann
Das werden schwere nächste Wochen für das Off-Broadway Musicaltheater. Die kleine Bühne im Untergeschoss des Hofbräukellers braucht dringend Fördermittel, damit nach der Sommerpause weitergespielt werden kann. In Zeiten von Finanzkrise und Euro-Fall keine einfache Situation. Die leeren Kassen der Stadt scheinen auch hier ein Opfer zu fordern. Hat das Rathaus keine Kohle, wird gerne an der Kultur gespart. Und das bekommen die vielen Münchner Privattheater schmerzlich zu spüren.
Dabei ist man am Wiener Platz voller Optimismus im November 2009 gestartet. Eine kleine, feine Bühne, die anspruchsvolle Stücke zeigt. Ein Off- Broadway-Theater, das ausschließlich Kammermusicals aufführt, ist einzigartig in ganz Deutschland! Es war schon ein Wagnis, das Thomas Siedhoff, Wolfgang Aschenbrenner und Wolfgang Sreter mit ihrem eigens für das Theater gegründeten Verein eingingen. Ohne Subventionen, aber voller Leidenschaft für die Bühne. Und sie hatten (und haben) tolle Künstler: Alle haben sich ihr Rüstzeug bei der Bayerischen Theaterakademie August Everding geholt, die anerkannteste Ausbildungsstelle für Bühnenberufe im deutschsprachigen Raum. So traten ganz „frische“ Absolventen mit ihren Abschlussarbeiten auf, aber auch Sänger, die schon auf dem freien Bühnenmarkt unterwegs sind. Darunter so etablierte Namen wie Roberta Valentini, die seit einigen Jahren Hauptrollen singt und als Hexe „Elphaba“ im Musical- Hit „Wicked“ in Stuttgart bzw. Oberhausen auf der Bühne steht. Und die schöne Roberta kann sich über eine große Fangemeinde freuen: zu den Solo-Abenden im Off-Broadway reisten Zuschauer aus Köln und Wien an! Die Kritiker lobten fast jede Aufführung und das Publikum entdeckte mehr und mehr den Reiz des Theaters im Kellergewölbe.
Gezeigt wurde in der ersten Spielzeit Dramatisches („Dancer in the Dark“ nach dem Kinofilm mit Björk), Biografisches („Zarah 47 oder wollt Ihr das totale Lied?“ mit der hervorragenden Nina Janke, die sich mit ihrem Solo die tz-Rose und den AZStern der Woche erspielte), Heiteres wie „Ach Luise“ mit Musik von Ralph Benatzky und einfach nur Unterhaltendes wie der Abend mit Felix Oliver Schepp, der sich selbst am Klavier und an der Ziehharmonika begleitete.
Jetzt heißt es also Daumen drücken, ob Finanzchef Wolfgang Sreter Fördermittel auftun kann. „Wir haben im November mit 23.000 Euro angefangen, die sind komplett verbraucht“, erklärt Sreter. „Ich bin aber zuversichtlich, z.b. beim „Fonds der darstellenden Künste“ Zuschüsse zu bekommen“. Und Theaterdirektor Thomas Siedhoff fügt hinzu: „Hätten uns nicht Günter und Friedrich Steinberg die Örtlichkeiten in ihrem Hofbräukeller mietfrei zur Verfügung gestellt, wären wir erst gar nicht aus den Startlöchern gekommen“. So bleibt eine kleine Hoffnung auf die Fortsetzung im Herbst, die Zuschauer dürfen sich dann u.a. auf die „Kellnerin Anni“ (von Herbert Rosendorfer, von Ana C. Haffter in Szene gesetzt) und den „Jazz-Dirigenten“ freuen.
Text: siderius




















