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EXTRABLATT Buchtipp: Mayerling – Der große Schmerz der Kaiserin

Nikolaus Fischer Graf v. Montfort: Mayerling – Der große Schmerz einer Kaiserin, Gryphon Verlag, ISBN 978-3-935192910, 15,90 Euro
Es war der Landausflug bei einer Mittelmeerkreuzfahrt. Nikolaus Fischer Graf von Montfort genießt seinen Urlaub. Als Leiter des Managements von Schlagerstar Jürgen Marcus braucht er mal eine Auszeit von der Hektik der Showbranche. So steht der Starnberger auf dem deutschen Friedhof des Vatikans, am Grab von Georg von Bayern, einem Enkel König Ludwigs I, und von Erzherzogin Gisela von Österreich, einer Tochter von Kaiserin Sissi. Eine Dame, gewandet in eine weiße Tunika, mit auffälligem Edelsteinschmuck, spricht ihn an und deutet an, sie wisse mehr von der Tragödie, die sich damals auf Mayerling ereignete. Kronprinz Rudolf, Sissis Sohn, und seine Geliebte Mary Vetsera kamen im Januar 1889 unter mysteriösen Umständen ums Leben. Aha – denkt sich Fischer und hat die Begegnung kurze Zeit später auch schon wieder vergessen.
Doch die Dame war ebenfalls Passagierin auf dem Kreuzfahrtschiff und so kam man in den folgenden Tagen immer wieder ins Gespräch. Wie sich herausstellte, hatte die mysteriöse alte Dame eine Menge Gründe, die Kreuzfahrt mitzumachen. Ihre Mutter, Gräfin Bartko, lebte am Hof der Kaiserin Elisabeth und war bei vielen Etappen der reiselustigen Sissi mit von der Partie: Rom, Korfu, Dalmatien – der geheimnisvollen Mitreisenden waren diese Orte durch die Erzählungen ihrer Mutter bestens bekannt. Und ihr war auch anvertraut worden, wie sich die Tragödie auf Mayerling wirklich abspielte. Glaubt man der Principessa war Gräfin Bartko damals im Unglückszimmer auf Mayerling anwesend!
Nikolaus Fischer war fasziniert von den Berichten der Unbekannten und recherchierte nach seiner Rückkehr. Jahre später hat er über die Kreuzfahrt ein Buch geschrieben, an dem Historien- und Sissi-Fans ihre wahre Freude haben werden. Das Leben am Kaiserhof, die Vorgänge auf Mayerling und die Mauern, die plötzlich hochgingen, als Fischer die Familien der Wittelsbacher und Habsburger mit seiner Theorie konfrontierte – alles nachzulesen auf 234 Seiten.
Text: G. Hildenbrandt






















