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Extra: Der neue öffentliche Verkehr

Trambahnhaltestelle Münchner Freiheit

„Moderne Zeiten“ an der neuen Trambahnhaltestelle Münchner Freiheit in Schwabing. Das stylistische Kunstwerk der Architekten Perret, Reichert und Pranschke mag wohl für manche ein schöner Anblick sein, doch Sturm, Regen und Wind pfeifen durch die ungeschützte Säulenhalle und beuteln die Fahrgäste, die sich überdies mit unbequemen Hockern abfinden müssen. Foto: Düvel

Unser Bericht über die aussergewöhliche Linienführung der neuen Tram 23 hat viel Staub aufgewirbelt. Die Betroffenen der Stadt haben mit Mißmut reagiert: „Da wird nichts mehr geändert.“ Inzwischen ist die Ablehnung nicht mehr so unwirsch, doch der Zornesspiegel der betroffenen Fahrgäste steigt weiter an. So wollen sie jetzt neue Maßnahmen ergreifen, die wiederum großes Befremden auslösen.

Dazu erreichte uns ein Leserbrief von Peter Wald aus Schwabing, den wir hier verkürzt veröffentlichen:

„Ein Beschwerdeschreiben an die Geschäftsführung der MVG und unseren Oberbürgermeister Christian Ude (der Aufsichtsratvorsitzende vom MVG) blieb leider völlig unbeachtet. Nach jahrerlanger Bauzeit und Unannehmlichkeiten, die die Bürger in München Schwabing und -Nord ertragen mussten, wurde ihnen eine Straßenbahnlinie 23 vorgesetzt, die den bisherigen, bestens funktionierenden, Linienbusverkehr ablöste. An der nun so futuristisch gestylten Haltestelle „Münchner Freiheit“ stehen wir oft im Schnee, Matsch, Regen, etc.- ohne Schutz. Die Dachkonstruktion wurde überhaupt nicht an bayerische Wetterverhältnisse angepasst.

Hocker an der Trambahnhaltestelle Münchner Freiheit

Künstlerisch gestaltete Draht-Hocker laden die wartenden Fahrgäste zum Sitzen ein. Doch bequem kann man wohl hier nicht sitzen. Vor allem ältere Leute und Behinderte tun sich besonders schwer, da keine Haltegriffe oder Stützen vorhanden sind. Foto: Schwarz

Dazu müssen wir noch am Parzivalplatz umsteigen, um zum Petuelring zu gelangen. Aber die Haltestelle ist so konstruiert, dass sich die Fahrgäste beim Umsteigen auf die stark befahrene Straße mit vielen Autos stoßen. Nach Investitionen in Millionenhöhe funktionieren bis heute an der Münchner Freiheit noch nicht einmal die öffentlichen Toiletten; das MVG-Personal schickt seine Fahrgäste zu Karstadt: ganz schön blamabel. Dass wir Bürger an den organsiatorischen Fähigkeiten der MVG-Planer zu zweifeln beginnen, ist doch klar. Wir sind jetzt total frustriert.“