Ceterum Censeo, Nachrichten
Ceterum Censeo
Schöne Zeiten waren das wahrlich nicht, als dieser gallische Giftzwerg Asterix mit seinem dumm-dreisten amicus Obelix in den Wäldern unserer ansonsten befriedeten Provinz Gallia Narbonensis auf Wildschweinjagd ging. Wenn er diese zum Unterschied auch nicht gerade zu verspeisen trachtete, so empfand er doch die braven hoplites (Krieger) unserer ruhmreichen legiones stets als willkommene Objekte seiner Beutegier. Und so sieht man die wackeren Verteidiger des Imperium Romanum heute noch, in den zur Schande Roms schmählicherweise verbreiteten Comics, freudlos durch die Luft wirbeln und blessiert in die Büsche sinken. Auf die – zum allergrößten Hohn – auch noch sein schwindsüchtiger Zwergpintscher Idefix seine hündische Markierung sprühen darf. O tempora, o mores! Oh dieseZeiten, diese Sitten! Cave canem! Fast fühlt man sich an diese damals erstmals geäußerte Warnung erinnert, wenn man dieser Tage die Presse von Monaco di Baviera verfolgt. Diese raetische Stadt an der Isaria ist nämlich auch heute noch mit einer Grünoase gesegnet, die an die Wälder und Auen der wilden Raetier erinnert. Und um dieses Biotop, genannt Hortus Britannicus (Englischer Garten) ist nun ein heißer Kampf entbrannt. Auf der einen Seite steht eine wild zusammengewürfelte Phalanx von Diskus (Frisbee-)werfern, trommelnder Musici und ganze legiones von cives mit mindestens ebenso vielen Hunden. Sie fordern kompromisslos die Anwendung der Liberalitas Bavariae auf den von ihr bereits komplett eroberten Park hinter dem Haus der Kunst. Auf der anderen Seite, also contra corrente, steht der einsame Defensor des Parks, der fast täglich harmlose Besucher tot von ihren Fahrgeräten fallen sieht, weil sie von blutgierigen Hunden angefallen werden. Er soll nun im Auftrag des Hüters des Aererius (Staatsschatzes) als „Ignis quis vir“ (Feuerwehrmann) die Chose retten. Aber wie? Eine mögliche Lösung kommt da aus dem fernen Roma. Dort lässt unser schärfster Ädil namens Silvio neuerdings in den Oppida bewaffnete hoplites aufmarschieren. Die könnten den Hortus Britannicus dann nicht nur von Hunden freihalten, sondern auch vom Müll, wie dort in Neapolis. Eine Lösung à la Berlusconi? Ceterum censeo, „Leben und Leben lassen“ soll siegen!
Text: Nuntius Siderius




















