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Auf geht’s zum Kocherlball!

Der Höhepunkt des Münchner Festereignis ist der berühmte Kocherlball am Chinaturm im Englischen Garten. Foto: Archiv
Die Tradition ist über hundert Jahre alt, warum also nicht den Hundertjährigen Kalender fragen, wie’s Wetter wird? So wie in der „guten alten Zeit“ treffen sich nämlich am Sonntag, dem 18. Juli, die tanzbegeisterten Frühaufsteher Münchens in historischen Kostümen zum Kocherlball am Chinesischen Turm. Und das ist die Wetterprognose: „Es beginnt das heiße Wetter“, sagt die hundertjährige Erfahrung für die Zeit vom 11. bis 31. Juni voraus, „große Trockenheit, und die Nächte sind kühl.“ Besser könnt’s für die Tanzgaudi ja gar nicht gehen!
Und so werden also in aller Herrgottsfrüh wieder die ersten Gäste durch den noch morgenstillen Englischen Garten zum Biergarten wandern.
Noch vor dem Auftakt herrscht unterm historischen Holzturm bereits ein fröhliches Treiben. Und wenn dann punkt sechs Uhr die Wiener Tanzgeiger aufspielen, ist es gut, schon einen festen Platz zu haben. Rund 12.000 Besucher wurden im Schnitt bei den vergangenen Bällen gezählt. Viele reservieren daher lieber gleich als Gruppen einen Tisch. (Telefon 089–38387316).
Mittanzen kann übrigens jeder, auch wenn er keine Erfahrung in Sachen Landler oder Zwiefachen vorzuweisen hat. Tanzmeisterin Katharina Mayer hat Dreher, Polkas und Walzer ausgesucht, die unter ihrer charmanten Anleitung auch den größten Volkstanz-Laien sofort in Schwung bringen. Den letzten „Drive“ besorgen mit Pep und Humor die Tanzgeiger.
Der Kocherlball war anno dazumal das Vorrecht der Dienstboten. Sonntags bis um zehn Uhr durften sie sich beim „Boarischen“ und der „Münchner Fransä“ vergnügen, dann wollten die Herrschaften ihr Frühstück. Offiziell geht’s auch heute noch bis zehn, aber dann kann jeder weiterfeiern wie er lustig ist. Der Ball wurde zum 200-jährigen Jubiläum des Englischen Gartens neu belebt und findet heuer zum 22. Male statt. Er läuft unter Federführung des Kulturreferats und der Wirtsfamilie Haberl.




















